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Rezensionen

Pflegebezogene Assessmentinstrumente, Internationales Handbuch für Pflegeforschung und –praxis (Bernd Reuschenbach, Cornelia Mahler (Hrsg.))

Hans-Huber Verlag, 2011, 632 Seiten, 55 Abbildungen, 99 Tabellen, 69,95 Euro/95 CHF, ISBN: 978-3-456-84498-5, E-Book-ISBN: 978-3-456-94498-2

Rezension von: Bartosch Nowak, Prof. Dr. André Fringer

Es vergeht kaum ein Tag in der Pflege, an dem nicht ein Assessment erhoben wird. Doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich und was ist der Unterschied zum Screening? Was hat es mit dem Pflegeassessment zu tun? Was macht ein gutes Assessmentinstrument aus und welche Kriterien muss es erfüllen, um valide und reliabel zu sein? Dieses umfangreiche Grundlagenwerk von Reuschenbach und Mahler (Hrsg.) geht auf all diese Fragen ein. Es lässt sich grob in zwei grosse Bereiche unterteilen. Im ersten Teil wird ausführlich theoretisches Wissen vermittelt und folgt im zweiten Teil mit der Vorstellung und Diskussion von Assessmentinstrumenten zu 18 verschiedenen Pflegephänomenen.

Nach einem Vorwort von Maria Müller-Staub und der Einleitung beider Herausgeber folgt in den ersten sechs Kapiteln eine umfangreiche Auseinandersetzung mit theoretisch fundiertem Wissen zum Thema Assessment. Es wird auf die Definition und Abgrenzung zum Pflegeassessment eingegangen sowie auf die Relevanz von Pflegeassessmentinstrumenten hingewiesen. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Gütekriterien von Assessmentinstrumenten. Im Vordergrund stehen nicht nur psychometrische Werte der klassischen Testtheorie. Es wird auch auf die probabilistischen Testtheorien und deren Vor- und Nachteile hingewiesen. Das Rasch-Modell wird dabei etwas genauer beschrieben. Die anwendungsbezogenen Gütekriterien (Relevanz, klinische Wirksamkeit, Praktikabilität, Akzeptanz und ökonomische Bewertung) sind ebenfalls Bestandteil dieses Kapitels. Das vierte Kapitel geht auf die Entwicklung und Publikation von Assessmentinstrumenten ein und während im folgenden fünften Kapitel Empfehlungen zum praktischen Einsatz beschrieben werden. Angesichts der grossen Anzahl an fremdsprachigen Instrumenten widmet sich das sechste Kapitel den Richtlinien zum Übersetzen von Assessmentinstrumenten. Hierbei steht die Vielfalt der unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Übersetzung im Zentrum des Kapitels. Insbesondere die Vorwärts-Rückwerts-Übersetzung sowie die two-panel approach Methode werden ausführlich vorgestellt. In den Kapiteln sieben bis 24 werden ausgewählte

Themen der Pflege besprochen und die dazugehörigen Assessmentinstrumente vorgestellt. Bei diesen Themen handelt es sich um die Bereiche Schlaf, Fatigue, Mobilität, Sturzrisiko, Pflegebedürftigkeit, Malnutrition, chemotherapiebedingte Übelkeit, orale Gesundheit, Lebensqualität bei Urininkontinenz, Dekubitus- sowie Thromboserisiko, Obstipationsrisiko, kognitiver Status bei Demenz, Lebensqualität, Schmerz, Angst im Krankenhaus sowie die Patienten-, Bewohner- und Angehörigenzufriedenheit. Zu allen Phänomenen finden sich durch die jeweiligen Autoren eine Einführung in die Thematik sowie eine Beschreibung von mehreren Assessmentinstrumenten, mit zum Teil Angaben zu dessen Validität und Reliabilität sowie Empfehlungen für dessen praktischen Einsatz. Eine ausführliche Literaturangabe nach jedem Kapitel ermöglicht die Vertiefung des jeweiligen Themas.

Ein Abkürzungsverzeichnis ermöglicht es dem Leser Abkürzungen schnell nachzuschlagen. Alle 35 Expertinnen und Experten, welche an diesem Buch gearbeitet haben, werden kurz mit ihrer Expertise vorgestellt. Ein Glossar mit der Beschreibung wichtiger Begriffe fehlt leider in dieser Ausgabe.

Nationale und internationale Experten haben an diesem Grundlagenwerk gearbeitet. Dies erklärt auch, warum einige Kapitel in englischer Sprache verfasst sind. Damit dieses Handbuch für jedermann brauchbar ist, wurden die englischsprachigen Kapitel im Anhang ins Deutsche übersetzt.

Dieses gründlich und ausführlich bearbeitete Grundlagenwerk richtet sich an alle klinisch tätigen Personen in den unterschiedlichen Settings des Gesundheitswesens sowie an Personen, die sich wissenschaftlich mit diesem Thema auseinandersetzten. Insbesondere Studierenden, die sich mit Instrumenten in Abschlussarbeiten beschäftigen, ist dieses Buch eine bedeutende Grundlage. Das kompakte Werk überzeugt durch seine gut verständliche Sprache und ein detailliertes Inhaltsverzeichnis. Die grosse Anzahl an Tabellen und Abbildungen veranschaulicht das Buch zusätzlich.

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