121 logo srh heidelberg550x134Sie zählen zu den häufigsten Krankheitsbildern in Deutschland: Rückenschmerzen. Wo kommen sie her und wie sind sie zu behandeln? Oftmals ist diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten: Der eine Arzt schickt seinen Patienten zur Physiotherapie, um die Rückenmuskulatur aufzubauen, der andere rät dem „Schreibtischtäter“ zur Ergotherapie, die stärker auf den Alltag ausgerichtet ist. Geholfen ist dem Patienten jedoch erst, wenn alle Therapien aufeinander abgestimmt sind. In einem Gesundheitsmarkt, in dem Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten zusehends komplexer werden, sind neue Konzepte gefragt. Es geht darum, Synergien zu bilden und gemeinsam mit anderen Berufsgruppen zum Ziel zu kommen: Der Patient steht im Mittelpunkt. Dazu werden Fachkräfte und Mitdenker gesucht, die auf wissenschaftlicher Basis neue Wege bahnen und das interprofessionelle Know-how mitbringen. Der Master-Studiengang Therapiewissenschaften, der im April 2017 an der SRH Hochschule Heidelberg gestartet ist, bildet genau diese Mitdenker aus.

Der neue Studiengang ist in der Fakultät für Therapiewissenschaften angesiedelt, die in den Studiengängen Ergo-, Physio-, Musik- und Tanztherapie bereits seit Jahren interdisziplinär arbeitet und dabei gute Erfahrungen gemacht hat. „Eine gute Vernetzung der verschiedenen Berufsgruppen führt zu einem größeren Behandlungserfolg beim Patienten “, bestätigt Prof. Dr. Thilo Kromer, Studiengangsleiter Therapiewissenschaften (M.Sc.) der SRH Hochschule Heidelberg.

„Lehre, Praxis und Forschung unter einem Dach!“ Dieses Motto ist an der Fakultät Programm: Die Studierenden lernen in den hochschuleigenen Ambulanzen für Physio-, Musik- sowie Tanz- und Bewegungstherapie praktisches Arbeiten direkt am Patienten und auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Neben der fundierten wissenschaftlichen Ausbildung können die Studierenden zwischen den Schwerpunkten Schmerztherapie und Neurorehabilitation wählen. Zusätzlich qualifizieren sie sich in den Bereichen Organisation, Gesundheitsmanagement und Lehre.

„Als Physiotherapeutin weiß ich, wie wichtig neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die Arbeit, aber auch für die Abrechnung mit den Krankenkassen sind, da diese verstärkt den Beleg für die Wirksamkeit der Therapie fordern. Das Studium der Therapiewissenschaften ermöglicht mir einen tieferen Einblick in andere Disziplinen, wie z.B. Ergo- oder Musiktherapie, und die aktive Mitarbeit an spannenden und innovativen Forschungsprojekten“, berichtet Gesa Huber, seit April 2017 Studentin der Therapiewissenschaften. Nach ihrem Studium möchte sie im Bereich Forschung und Lehre arbeiten.

Am 1. Oktober startet der nächste Jahrgang Therapiewissenschaften. Im Rahmen des Hochschulausbauprogramms stellt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) die Mittel für 15 Teilstipendien zur Verfügung. Die interprofessionelle Ausrichtung und die fundierte Ausbildung in klinischen Forschungsmethoden sind deutschlandweit einmalig: Die Studierenden leisten somit einen wertvollen Beitrag, neue Konzepte für die Therapieberufe zu entwickeln.

 

Weitere Infos:

SRH Hochschule Heidelberg
Ludwig-Guttmann-Straße 6
69123 Heidelberg
Deutschland

Telefon: +49 (0) 6221 88-3949
Telefax: +49 (0) 6221 88-1447
E-Mail: 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: 
www.hochschule-heidelberg.de

image001Als „verpasste Chance“ bezeichnet der Präsident der rheinland-pfälzischen Landespflegekammer die heute mehrheitlich vom Deutschen Bundestag verabschiedete Kompromisslösung zur künftigen pflegerischen Ausbildung. Aber immerhin bedeute das neue „Pflegeberufegesetz“ den ersten Schritt auf dem Weg zu einer generalistischen Pflegeausbildung.

Das Gesetz sieht vor, die Ausbildung  in allen Pflegeschulen mit einer zunächst  zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung zu beginnen. Nach zwei Jahren entscheiden die Auszubildenden dann, ob sie die generalistische Ausbildung fortsetzen oder im Bereich der Kinderkranken- oder Altenpflege den bisherigen Abschluss  wählen. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege soll es künftig nicht mehr geben.

„Die generalistische Pflegeausbildung, die die bisherige Ausbildung in der Krankenpflege ablöst, bereitet die künftigen Pflegenden auf einen Einsatz in allen Arbeitsfeldern der Pflege vor und erleichtert einen Wechsel zwischen den Pflegebereichen. Diese Chance zur Attraktivitätssteigerung hätten wir uns für alle Auszubildenden in der Pflege gewünscht. Damit wäre, unabhängig davon, an welchem Ort der Patient behandelt wird, das nötige pflegerische und medizinisch orientierte Wissen umfassend vorhanden“, bemängelt Mai.

Größter Wermutstropfen der Reform bleibt die Schlechterstellung der Altenpflege wie der Kinderkrankenpflege. „Die künftigen Kolleginnen und Kollegen aus diesen Bereichen muss man leider als Verlierer des Kompromisses betrachten. Gerade für diese Bereiche sind die Koalitionsfraktionen zu weit hinter dem Möglichen geblieben“, zeigt sich Mai enttäuscht.

„Bei den aktuellen Rahmenbedingungen sind die Beschäftigten in der Altenpflege im Hinblick auf den Berufsstatus, die Beschäftigungssituation und die Vergütung extrem gegenüber den beiden anderen Pflegeberufen benachteiligt. Die Generalistik bleibt damit  ein Gebot der Gerechtigkeit und der Vernunft, gerade um auch den Bereich der Altenpflege attraktiver zu gestalten“, argumentiert der Kammerpräsident.

Insbesondere die Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU- Fraktion, die teilweise unter maßgeblichem Einfluss  der (privaten) Arbeitgeberverbände das Gesetzesverfahren blockiert und erschwert hatten, tragen hierfür die Verantwortung.

Der nun gefundene Weg sei sicher nicht der große Wurf, aber ein erster  wichtiger Schritt hin zu einer generalistischen Ausbildung, die auch für die weitergehende Professionalisierung der Branche essentiell sei. „Als Einstieg in die Generalistik können wir den gefundenen Weg mittragen. Klar muss aber sein, dass dies nur der Anfang sein kann. Bei den zahlreichen noch offenen Fragen und allen weiteren Schritten erwarten wir einen aktiven Einbezug der Pflegenden“, so Mai.

Die hochschulische Ausbildung als weiteren Zugang zum Berufsfeld und die avisierten Vorbehaltsaufgaben, die ebenfalls Teile des Gesetzes darstellen, stoßen auf große Zustimmung. „Damit steigern wir die Attraktivität des gesamten Berufsbildes“, ist sich Mai sicher.

Die gesamte Debatte und der unrühmliche Gesetzgebungsprozess haben aber  sehr deutlich gemacht, wie dringend notwendig eine institutionalisierte Interessenvertretung in der Pflege ist. „Das unwürdige Geschacher der regierungstragenden Bundestagsfraktionen um eine vernünftige Ausbildung im so sensiblen Bereich der Pflege hätte es bei keiner anderen Berufsgruppe in der Form gegeben. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie sinnvoll eine Bundespflegekammer ist, so wurde er hiermit erbracht“, betont Mai abschließend.

Zeitschrift kennen lernen

Sie kennen die Zeitschrift noch nicht? Wir freuen uns, wenn Sie einmal hinein schnuppern. Wir bieten Ihnen ein kostenloses Probeabonnement, ein Heft zum Download - oder unsern 24-Stunden Zugang ohne Abo-Streß.

Hier können Sie uns unverbindlich testen: